Der Beitrag beschäftigt sich mit Content in ganzheitlicher Sicht. Er beschäftigt sich auch mit der Vermischung von Werbung und Inhalten. Und nicht zuletzt fällt dieser Artikel unter die Kategorie: #essay. Auch bekannt als freiheitlichste Textform, die es wohl gibt.

Ok, ich gestehe. Ich bin Richard David Precht Fan. Neulich war er auf dem Medienkongress in Frankfurt unterwegs und resümierte neben Kindererziehung auch über Content. Er behauptete das Wort „Content“ sei ein zynisches Wort für jeden Kulturschaffenden. Schließlich werfe es sämtliche Feinheiten, die sich in der Medienproduktion über Jahrhunderte herausgebildet haben, in einen Topf. (KW: Content kaufen)

Meine Meinung: er hat Recht. Jeder, der sich aktiv damit beschäftigt Websites zu gestalten und mit Content zu füllen, kann nur groben Richtlinien folgen. Es gibt keine fixe Anleitung für einen Startseitentext. Es gibt auch keine festgelegte DIN-Norm, die sagt: Hast du diese Punkte beachtet, dann hast du einen einwandfreien Über-uns-Text oder Blogbeitrag und so sieht das perfekte Bild dazu aus.

These 1: Content als Einheitsbrei

Verweilen wir also kurz bei der ersten großen These: Kein Mensch weiß, wie Content exakt auszusehen hat. Wir versuchen Formate, die wir aus Print und Fernsehen kennen – Meinung, Dokumentation, Kommentar, Bericht, Sachtexte, fiktionale Texte – zwanghaft in ein digitales Korsett zu zwängen.

Problem dabei. Das Internet hat kein Korsett. Es ist offen, flexibel und verbindet Bild, Text sowie Video immer unterschiedlich. Das einzige Korsett, dem Inhalte im Netz ausgeliefert sind, sind die technischen Vorgaben großer Portale wie Facebook. Oder die Vorgaben, die man auf WordPress einhalten muss, um einen SEO-Text zu erhalten. (Der dann hoffentlich auch für Google ein SEO-Text ist ... aber das führt jetzt zu weit. (KW: Content kaufen)

Resümee 1 – Guter Content?

Die Norm, ab wann Inhalte – also Content – gut ist, ist verloren gegangen und richtet sich gerne nach Klickzahlen oder der subjektiven Einschätzung. Und die kann auch mal danebenliegen, wie jeder von uns weiß.

These 2: Echte Inhalte und Werbung haben sich vermischt

Dass wir digital völlig andere Wege gehen müssen ist nur ein Aspekt, der uns als produzierenden Content-Lieferanten über den Weg läuft. Viel schwieriger ist da These Nr. 2. Dem Einheitsbrei Content gelingt es nicht mehr, echte Inhalte von Werbung zu trennen. Ist dieser Blogbeitrag nun werbefinanziert oder nicht? Ist der gesamte Blog werbefinanziert? Und woran erkenne ich das?

Kann ich den Inhalten auf der Seite also vertrauen. Steht da irgendwo Ad oder eine Anmerkung, dass es sich um ein Werbeformat handelt. Oft nicht mehr, auch wenn es eigentlich vorgeschrieben ist. Schließlich befinden wir uns im Zeitalter des Content Marketing und des Native Advertising. Kunden sollen mit echten Inhalten auf die Produkte aufmerksam gemacht werden. Werbepsychologisch ist das einfach nachzuvollziehen, denn wen interessiert Direktwerbung? Banner beispielsweise? Rhetorische Fragen im Grunde. (KW: Content kaufen)

Resümee 2 – Authentizität (technisch verpackt)

Sucht man nach der Antwort, was guten Content ausmacht, stößt man immer wieder auf einen soliden Kern – Authentizität. Der Grund, warum dieser Content jetzt produziert wird und für welchen Zweck soll authentisch vermittelt werden. Es ist auch keine Schande, wenn in Werbung und Marketing echte Inhalte verwendet werden; nur vermittelt muss es werden. Werden authentische Inhalte auch technisch auf hohem Niveau verpackt und für den jeweiligen Kanal aufbereitet, kommt man gutem Content auf die Spur. Bis sich jedoch selbstständige Internetformate herausgebildet haben, wird es wohl noch etwas dauern.

KW: Content kaufen

Ach ja, auf das Keyword Content kaufen wollen wir ranken. Davon bitte nicht allzu sehr irritieren lassen. Schließlich weiß ja auch keiner, wie man die Suchmaschine zufrieden stellt und wie echte authentische Texte für Google aussehen. Das ist jedes Mal wieder eine Herausforderung. Gut wenn Sie eine Agentur gefunden haben, die begriffen hat, dass es eine Herausforderung ist!