Sei herzlich eingeladen die Beauty-, Lifestyle- und Luxus-Welt kennenzulernen mit unserer Anleitung, wie schreibe ich einen guten Beauty-Text. Einzigartige Kosmetika, Eau de Parfums, Colognes … und wie dieser Duft riecht.

Er riecht? Ist es dir auch aufgefallen. Es klingt komisch. Ein Duft riecht nicht. Zumindest nicht, wenn man eine Duftbeschreibung verfasst oder einen Beauty-Text in gehobenem Sprachstil schreiben möchte. Sprache ist manchmal etwas eigen. Warum?

1. Bilder und Assoziationen

Jedes Wort – auch in einem längeren Text – weckt Assoziationen und Bilder in unserem Kopf. Wenn etwas „riecht“, dann verbinden wir mit dem Wort automatisch einen Duftstoff, der sehr stark wahrnehmbar ist. Meist ist der Duftstoff nicht gut, wie starker Käse oder ein intensiver Toiletten-Geruch. Und es entstehen nicht nur Bilder…

2. Die Haptik von Sprache

… auch die Haptik eines Wortes spielt eine große Rolle. Bereits in unserer Kindheit lernen wir neue Wörter, indem wir Dinge befühlen, sie ansehen und spüren. In einem Kinderbuch sahen wir nicht nur das Bild von einem „Apfel“, sondern haben ihn in die Hand gedrückt bekommen und konnten einen Apfelschnitz essen. Die Erinnerung an die erste sinnliche Ebene, in der wir das Wort gelernt haben ist stets präsent. Übrigens auch wenn es unbewusst ist. Es gibt ja schließlich einen Grund, warum sinnlich-erotische Wörter von „Nackenbeißer-Romanen“ funktionieren.

3. Die Wortfamilie

Die Wortfamilie hat bei starken Verben, die eine solch eindeutige Aussage haben, ebenfalls eine Wirkung. Das nächst nahestehende Wort zu „riechen“ ist „Geruch“. Der Geruch ist eindeutig negativ belegt. Da muss man nicht lange diskutieren.

4. Die Wortherkunft

Sehr interessant ist auch die Herkunft des Wortes. Das gemeingermanische „reuk-a“ bedeutet heute so viel wie „rauchen, dampfen“. Betrachtet man also, wie sich die Bedeutung des Wortes entwickelt hat und woher es kommt, dann ist die tieferliegende Information bei „riechen“ nicht, dass wir einen Duftstoff wahrnehmen, sondern dass sich „ein Geruch verbreitet“.

5. Das Wortumfeld

Unser Kopf bildet gerne Automatismen und Gewohnheiten heraus, damit unser Alltag effektiver läuft. Auch Wörter werden in bestimmten, gewohnheitsmäßigen Wortumfeldern verwendet. Ein relativ einleuchtendes Beispiel findet sich bei „backen“ und „skalieren“. Es sind zwei Wörter aus völlig unterschiedlichen Bereichen. Einen Kuchen kann man schlecht skalieren; höchstens die Kuchenproduktion.

Wie sieht das Wortumfeld von riechen aus? Es beginnt bei stinken, schnuppern, schnüffeln und hört bei Ausdünstungen, Schweiß, Richfläschchen auf. Wenn es positiv belegt ist, wird meist ein zusätzliches Adjektiv verwendet – angenehm, gut riechen – oder ein Kompositum gebildet – der Wohlgeruch.

 

Und jetzt?

Das Verb „riechen“ hat – ohne einen weiteren beschreibenden Zusatz – durch die Wortfamilie, Wortherkunft und das Wortumfeld eine Bedeutungsebene, die negativ belegt ist. Das ist ein No-Go im Marketing für Beauty-Produkte, die schließlich darauf abzielen, das eigene Aussehen zu verschönern. Sich selbst etwas Gutes zu tun oder besser darzustellen. Wie beschreibt man nun die Wahrnehmung eines Parfüms passend? Es muss ja positiv bleiben! Gibt es eine Lösung?

Die Lösung: Ein Parfüm duftet.

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